Auf der Grünen Woche Berlin wurde ein wichtiger Meilenstein für das neue Forschungsprojekt EXPRESS.smart sichtbar: Im Rahmen der Bescheidübergabe des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wurden neue Experimentierfelder zur Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz in der Landwirtschaft offiziell auf den Weg gebracht. Insgesamt stellt das Ministerium rund 10 Millionen Euro bereit, um praxisnahe digitale Innovationen im Agrarsektor gezielt zu stärken.
EXPRESS.smart ist eines dieser geförderten Vorhaben. Das Projekt knüpft an die Erfahrungen des Experimentierfeldes EXPRESS an und entwickelt diese gezielt weiter. Im Mittelpunkt stehen digitale und KI-basierte Anwendungen für den Obst- und Weinbau – insbesondere dort, wo Betriebe durch Klimawandel, knappe Ressourcen, steigende Anforderungen an Dokumentation und hohen wirtschaftlichen Druck vor neuen Herausforderungen stehen.
In sechs Use Cases erprobt EXPRESS.smart unter realen Praxisbedingungen Lösungen für integriertes Frostmonitoring, Pflanzengesundheitsmonitoring, Wasserhaushaltsmanagement, Ertragsoptimierung und -prognose, den Aufbau von Datenkompetenz sowie smarte Dokumentation. Ziel ist es, Technologien nicht isoliert im Labor zu entwickeln, sondern gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben, Beratung, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft so zu testen, dass sie im Betriebsalltag tatsächlich nutzbar werden.
Gerade für Sonderkulturen in Mitteldeutschland bietet das Projekt damit eine wichtige Perspektive: Sensorik, Drohnen, Datenmodelle und KI sollen helfen, Risiken früher zu erkennen, Entscheidungen besser vorzubereiten, Betriebsmittel gezielter einzusetzen und Arbeitsprozesse zu erleichtern. Ebenso zentral ist der Wissenstransfer. Ergebnisse, Erfahrungen und Einschätzungen sollen über Veranstaltungen, Veröffentlichungen und bestehende Netzwerke so aufbereitet werden, dass Betriebe unterschiedlicher Größe davon profitieren können.
Für EXPRESS.smart nahm Martin Schieck (Universität Leipzig) den Förderbescheid von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer entgegen. Ebenfalls für das Projekt bei der Bescheidübergabe anwesend waren Ingolf Römer (Institut für Angewandte Informatik e. V., InfAI), Valentin Knitsch (Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Standort Leipzig), Tino Hutschenreuther (IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH) und Hannes Mollenhauer (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ). Die Übergabe auf der Grünen Woche unterstreicht den Anspruch, Digitalisierung und KI verantwortungsvoll, anwendungsnah und im engen Austausch mit der landwirtschaftlichen Praxis weiterzuentwickeln.
